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Leichtathletik in Corona Zeiten

Training in Zeiten der Corona Pandemie

Die Corona Pandemie, die uns im Februar 2020 mit voller Wucht traf, und in deren Folge ein normales Training kaum möglich war, ebbte im Sommer ab. Es konnten wenigsten ein paar kleinere Wettkämpfe gemacht werden. Und als man sich schon auf den Neuaufbau im Herbst vorbereitete, kam die zweite Welle. Diese war noch fürchterlicher als die erste. Bereits im November waren die Hallen und das Stadion dicht. Was tun? Wie die Wettkampfsportler auch den Winter über weiter motivieren und bei der Stange halten? Nun war die Kreativität der Trainer gefragt. Kaum hat man den Winter überstanden und die ersten Anzeichen der Normalisierung zu erkennen gehofft, kam die dritte Welle. Alles wieder auf Null. Also weiter mit Einzeltraining, jeder für sich mit der Kunst der Selbstüberwindung. An Samstagen bot und bietet Iris Reisch über Internet ein gemeinsames virtuelles Fitnessprogramm an.

Wie die Leichtathleten des TV Spaichingen mit der Pandemie umgingen, berichten zwei Athletinnen.
Isabelle Ackermann und Marie Ringeis stehen Rede und Antwort

Wie hattet ihr den Schock zu Anfang des Winters erlebt? Was waren eure Gedanken? 

Wir hatten schon eine gewisse Vorahnung und bereiteten uns mental auf ein frustrierendes Training vor. Die Trainer und unsere Eltern waren uns bisher eine große Stütze.
Wir wussten nicht, wie lange es gehen wird, hatten eigentlich große Hoffnung auf die Hallensaison gelegt. 

Isabell:
Ich wollte an die Erfolge im Sprint und Hürdenlauf der Sommersaison anknüpfen. 

Marie:
Ich hatte gegen Ende der Saison eine gute Entwicklung im Hochsprung und Stabhochsprung machen können. Doch dann kam alles anders. Auch die ständige Enttäuschung, dass ein Ende der Pandemie nicht in Sicht war, zermürbte. Sport ist eben ein super Ausgleich zur Schule und nun findest nicht einmal diese mehr statt. Es ist echt frustrierend. 

Hat ein Gespräch mit den Trainern über Vorgehensweisen stattgefunden?

Ja, in dem Skypetraining (neue Wortkreation bei den Leichtathleten) sollten wir am Computer/iPad die Kamera einschalten und wurden dann auch korrigiert. Dabei hatten wir zumindest über Internet Kontakt zu den Trainern und den anderen Athleten, die sich eingeschaltet hatten.

Welche Methoden wurden angewandt? Was hast du zusätzlich gemacht?

Wir bekamen einen guten Trainingsplan, der sehr abwechslungsreich war. Da gaben sich die Trainer sehr viel Mühe.
Ein wöchentliches Training mit unseren Leichathletkfreunden ist nur per Skype möglich.
Die Herausforderung, wer vom 7.2. – 28.2. die meisten Laufkilometer schafft, war ein gewisser Ansporn. Beachtliche 333 km waren die Siegerweite. Als Belohnung gab es  Fitnessbänder. Außerdem war zusätzliche Gymnastik zur Stabilisation gefordert. Gegenseitiges Pushen gab neue Motivation.

Koordination und Ausdauer waren eines der Kerninhalte – wie empfandet ihr das?

Iris und Fabian haben viel Abwechslung in das Training gebracht, so dass von allem etwas dabei war: 

  • Sprints, Sprintausdauer mit Sekundenläufen, Zirkeltraining,
  • Ausdauer:  Abwechslung, man konnte  zwischen Dauerlauf und Intervalltraining wählen.

Jeder konnte einen Medizinball von der Abteilung ausleihen. Für abwechslungsreiche Übungen sorgten die Trainer. An Stelle von Geräten, die man sonst zur Verfügung hatte, mussten Möbelstücke (zum Leidwesen der Eltern) herhalten. Im Winter waren Schneebälle der Ersatz für Hütchen. So war das Training kreativ an die jeweiligen Bedingungen angepasst. Unsere Trainer machten das Beste aus der Situation, um uns zu unterstützen und zu motivieren, weiter am Ball zu bleiben und uns weiterhin auf die Wettkämpfe vorzubereiten. 

Fehlen euch die Trainingspartner?

Marie:
Zu Beginn des Lockdowns war ich froh, überhaupt einen Trainingsplan zu haben, da ich den Sport als Ausgleich zur Schule brauche und das Trainieren mit Trainingsplan deutlich einfacher und besser ist. Nach mehreren Wochen wurde das Training zunehmend langweiliger, da wir immer dieselben Disziplinen trainierten dürfen (nur Ausdauer, Sprint – keine Technik ) 

Den Leichtathleten wird ja nachgesagt sie könnten auch ganz gut  alleine trainieren – stimmt das? 

Isabelle:
Auf keinen Fall, es macht zusammen viel mehr Spaß.
Gegenseitiges Pushen. Gemeinsam auch mal zu lachen, das fehlte uns sehr.

Der Lockdown endet irgendwann. Was sind Eure Ziele für 2021

Das Beste aus dem Jahr machen, mein Bestes bei den Wettkämpfen zu geben
Wir wollen auch sehen, dass es sich gelohnt hat, in der schweren Zeit Trainigs-Motivation aufzubringen. Vor allen Dingen hoffen wir, dass unsere Trainer, die uns in der schweren Zeit so super unterstützt und motiviert haben, uns auch nach dem Lockdown  zur Seite stehen werden.