100 km in Biel

Biel/SUI 11. Juni 2018
Dreßler Brüder beim Ultramarathon in Biel.
Nur 3:26 Minuten fehlen nach 100m km zum Kreisrekord

Ein Abenteuer besonderer Art meisterten Robert und Lorenz Dreßler beim 100km Lauf von Biel in der Schweiz, das Highlight aller Ultras schlechthin.
Hier ein Authentischer Bericht des Läufers Lorenz Dreßler
Nach einer intensiven Vorbereitungszeit von ca. 10-12 Wochen und ca. 900 -1000 Trainingskilometer hatten wir das Gefühl, das wir einigermaßen gut vorbereitet waren.
Da es unser erster Lauf über 42 km war wussten wir ja nicht so genau wie man sich auf eine solche Strecke vorbereitet, der längste Trainingslauf war 56 Km.
Am Nachmittag sind wir in Biel angekommen, wo kurze Zeit später der Regen einsetzte und wir uns große Gedanken machten, wie wir uns Kleidungstechnisch auf die Nacht einstellen sollten. 1 Std. vor dem Start war der Regen vorbei und wir hatten einigermaßen gute Bedingungen. Es waren ca. 4000 Teilnehmer am Start und es war eine super Stimmung. Um 22:00 Uhr fiel der Startschuss und es waren viele Zuschauer an der Straße, durch jede Ortschaft bis um 2:00 Uhr morgens, war eine Super Stimmung.
Wir sind zu zweit losgelaufen und waren uns von Anfang an bewusst, dass wir zu schnell unterwegs waren, 10 km in 49:45 min – 20 km in 1:39:30 Stunden – 30km in 2:31:00 Stunden – 40km in 3:22:05 Stunden und die 50km in 4.16,30 Stunden. Wir ermahnten uns immer wieder selbst das wir doch langsamer laufen sollten, was uns aber nicht glückte. Ab jetzt ging der Wettkampf für mich los. Bis ca. Kilometer 52 waren wir zusammen danach wollte ich bewusst langsamer laufen was zum Teil auch dem geschuldet war, das ich an den Verpflegungsstellen zu wenig gegessen hatte. Robert hier das eingeschlagen Tempo bei.
Bei 56 km  war in Kirchberg die erste Möglichkeit mit dem Bus zurück zu fahren, war jedoch für beide keine Option. Für Ulrike Dreßler, die in eine langsameren Gruppe startete, war da das Rennen wie geplant als 16. des Ultramarathons über 56 km in 6 Stunden 4 Minuten und 18 Sekunden zu Ende und sie war sehr glücklich und begeistert von dem Lichtermeer das sich in dem Hauptfeld durch die Nacht schlängelte. Für sie war es der schönste Lauf in ihrer sportlichen Karriere.
Für uns ging das Rennen weiter und ich musste mich von Verpflegungsstand zu Verpflegung durchkämpfen, aufgeben kam nicht in Frage. Am Fluss entlang um 4 Uhr morgens war es dann sehr einsam. So ab ca. 80km wurde bei mir dann das Laufen sehr schwer bei Robert kam der Einbruch etwas später, man wird zwar motiviert durch den Sonnenaufgang, aber jeder Schritt wird dann zur Qual. In der Stadt wieder angekommen wird man dann die letzten Kilometer vor lauter Emotionen, Freuden und nicht zuletzt auch etwas Stolz Ins „Ziel getragen“.
Im Ziel angekommen wurden wir von den vielen Zuschauern unter viel Beifall empfangen. Das Robert als 28. mit 8 Stunden 58 Minuten und 22 Sekunden den Kreisrekord nur 3 Minuten und 36 Sekunden verpasst hat erfuhren wir erst in Spaichingen. Er war Aber auch nicht das Ziel. Ziel war es das Abenteuer zu bestehen. Mit Platz 46 konnte ich sehr zufrieden sein. Für mich wurden noch 9 Stunden 26 Minuten und 57 Sekunden gestoppt. Es war für uns alle drei die Frage wie es ist, die Nacht durchzulaufen und ohne Schlaf auszukommen, das sich aber im Nachhinein zu keiner Sekunde als Problem darstellte.
Abschließend ist zu sagen, es war rund um ein gelungenes Event.
Mit einer guten Vorbereitung kann ein Ultralauf zu einem richtigen  Erlebnis werden.